Biologisches Gemüse aus solidarischer Landwirtschaft

Lebensgarten

Steffi Kolarov mit einer frisch gepackten Gemüsekiste (Foto: Anja Lusch)

Durch eine immer stärkere Globalisierung verlieren wir oftmals die Kontrolle darüber, was bei uns auf den Tisch kommt und unter welchen Bedingungen die Lebensmittel hergestellt wurden. Doch es gibt einen Trend und ein Konzept für die Zukunft angesichts des globalen Super-Marktes, wie eine bäuerliche, vielfältige Landwirtschaft erhalten bleiben kann, die gesunde, frische Nahrungsmittel erzeugt und die Natur- und Kulturlandschaft pflegt.

Die Solidarische Landwirtschaft

Bei der Solidarischer Landwirtschaft (kurz Solawi) werden die Lebensmittel nicht mehr über den Markt verkauft. Sie fließen in einen eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf. Die Teilnehmer/innen finanzieren das Ganze mit. Ein Beispiel einer solchen Initiative ist der Lebensgarten Dreisamtal.

Lebensgarten Dreisamtal

Frisches, biologisch-dynamisches Obst und Gemüse aus der Region, zu fairen Bedingungen angebaut. Lecker, gesund, aus nachhaltigem Anbau und die Transportkilometer sind gering. Im Projekt „Lebensgarten Dreisamtal“ teilen sich die Mitglieder die Kosten für Acker, Bewirtschaftung und profitieren dafür alle von der Ernte. Drei Mitarbeiter/innen versorgen 57 Mitglieder regelmäßig mit ihrer Ernte. Das Projekt besteht seit dem Jahr 2012. Es gibt mehrere abgeschlossene und wettergeschützte Abholstellen, wo die Mitglieder ihr Gemüse wöchentlich abholen können, denn der Ertrag des Projektes wird entsprechend der Anteile geteilt.

Mitglieder zahlen einen festen Betrag im Monat

Die Mitglieder zahlen je Anteil 75 Euro im Monat und bekommen dann entsprechend wöchentlich ihre Gemüseration. Die kann im Frühling so aussehen: 1,2 kg Karotten, 1kg roter Beete, 140g Postelein Salat, eine Schale Kresse, 300g selbstgemachtes Sauerkraut und 500g Kartoffeln. „Im Sommer ist die Gemüsekiste wieder voller, wir pflanzen jetzt gerade Kohlrabi, Spinat und viele andere Sachen. Durch unseren Erdkeller können wir manches, wie Kartoffeln und Karotten lange lagern“, so Steffi Kolarov. Die gelernte Biologisch-dynamische Gärtnerin und Pädagogin ist Mit-Initiatorin des Lebensgarten Dreisamtal. Gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeiter/innen bewirtschaften sie einen gepachteten Acker in Burg am Wald und ein kleineres Gelände in Buchenbach.

Mitarbeit ist möglich aber keine Pflicht

Wer möchte kann einfach mal nach Voranmeldung auf dem Acker mitgärtnern. Kinder sind dabei herzlich willkommen. Viele Mitglieder nutzen die Chance ihren Kindern zu zeigen, wo und wie das Gemüse wächst, das sie später zubereiten. Die Mithilfe der Mitglieder wird gerne gesehen, ist aber nicht verpflichtend. Wer leckeres regionales Gemüse zu einem fairen Preis möchte, wer das Projekt unterstützen möchte und die Idee gut findet regional vernetzt und unabhängig vom großen Wirtschaftskoloss zu sein, wer auch einer krummen Gurke eine Chance geben will und seinen Kinder Erfahrungen im Gemüseanbau, mit der Natur und in der Gemeinschaft mitgeben möchte, der ist hier richtig.

Gesunde Ernährung und ein achtsamer Umgang mit der Natur

„Hier geht es nicht nur um eine gesunde Ernährung, sondern auch um einen achtsamen Umgang mit der Natur und um eine Vernetzung im Dreisamtal“, meint Steffi Kolarov. Das bringt Vorteile für alle Beteiligten. Der Lebensgarten ist ein Bauernhof ohne Hof. Angefangen hat das Projekt mit nichts, dann kam ein Bauwagen dazu, mittlerweile gibt es einen Geräteschuppen und ein selbstgebautes Kompostklo. Die Mitglieder des Vereins teilen sich Freude und Leid des Gärtnerns mit dem Anbauteam. Durch den monatlichen Grundbetrag haben die Helfer ein festes Gehalt, das Risiko einer schlechten Ernte und die Freude am frischen Gemüse teilen sich alle in der Gemeinschaft. Das ist solidarische Landwirtschaft, unabhängig von Industrie und Markt. Mehr Informationen auf www.lebensgarten-dreisamtal.de und www.solidarische-landwirtschaft.org

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