Ausstellung zum Verlust der Biodiversität

Wien Ausstellung Artensterben

„Das Geschäft mit dem Tod – das letzte Artensterben?“ – eine Ausstellung im Naturhistorischen Museum Wien bis 21. April 2014. (Foto: nhm-wien.ac.at )

„Das Geschäft mit dem Tod – das letzte Artensterben“ so heißt die aktuelle Ausstellung des Naturhistorischen Museums (NHM) http://nhm-wien.ac.at in Wien, in der die Veranstalter den Biodiversitätsverlust auf der Erde thematisieren. Die Ausstellung läuft bis 21. April 2014.
„Pro Stunde sterben weltweit drei Tier- oder Pflanzenarten aus“, erklärt Christian Köberl, Direktor des NHM. „Es ist dem Naturhistorischen Museum Wien, das als Forschungsinstitution Geschichte geschrieben hat und immer noch schreibt, ein Anliegen, auf diesen fatalen Umstand aufmerksam zu machen, aufzuklären und zu zeigen, was jeder Einzelne tun kann, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.“

Massensterben im großen Stil

„Der momentane Biodiversitätsverlust auf der Erde ist so extrem, wie es ihn in der Geschichte des Planeten nur wenige Male zuvor gab“, sagt Köberl. Zwei Massensterben – eines vor 250 Millionen Jahren am Übergang zwischen Perm und Trias und ein zweites vor 65 Mio. Jahren am Übergang von der Kreidezeit zum Tertiär waren die bisher größten.
„Für das erste waren kurzfristige geologische Störungen verantwortlich. Sie haben zu einer völligen Übersäuerung der Meere geführt und fast 90 Prozent aller Arten vernichtet. Das zweite Massensterben, bei dem rund 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten verschwanden, wurde durch Asteroideneinschläge verursacht“, so der Experte. „Für das jetzige Massensterben ist allerdings der Mensch verantwortlich“, ergänzt Reinhard Golebiowski, Abteilungsdirektor Ausstellung am NHM.
Stolz zeigt sich das NHM über die erfolgreiche Kooperation mit verschiedenen Partnern. Für die Sonderschau konnten etwa der WWF und die Österreichischen Lotterien gewonnen werden.
Neben der Ausstellung, die auf 550 Quadratmetern verschiedene Ursachen für den Artenverlust bildhaft aufzeigt, wird es zahlreiche Veranstaltungen wie etwa Vorträge des „Shark Project“ über die Problematik des „Shark-Finning“ geben.

Der Verlust kommt den Menschen teuer zu stehen

„Der Verlust der Biodiversität kommt dem Menschen als Verursacher aber teuer zu stehen“, betont Golebiowski. Die ethische Komponente – jene, die Verantwortung für den Planeten zu übernehmen – werde unterschätzt. „Dass der Verlust der Bestäuberinsekten wie etwa der Bienen zu einem großen Schaden in der Landwirtschaft führt, wird uns dann klar, wenn die Tiere verschwunden sind“, meint Beate Striebel, WWF-Geschäftsführerin und Abteilungsleiterin Naturschutz, gegenüber pressetext.
„Biodiversitätsverlust ist nicht nur in den tropischen Regionen der Erde existent, sondern auch in Mitteleuropa“, meint Striebel. Frösche, Kröten, Feldhamster, Steinadler oder Fischotter sind auch in Österreich stark gefährdet. Die Expertin weist auf die Tatsache hin, dass Ernährungsgewohnheiten zum Teil den Artenschwund fördern. „Für ein Kilogramm Schollenfilet gehen 15 Kilogramm Beifang in die Netze. Diese werden anschließend tot ins Meer zurückgeworfen.“

Sechs Stationen einer Ausstellung

Um eine Ausstellung solcher Dimension auch publikumsnah zu präsentieren, hat das Team um Golebiowski sechs Stationen errichtet, die einzelne Themenkreise berühren und edukativ erläutern: „Ausrottung“, „Lebensraumverlust“, „Tödlicher Luxus“, „Ausbeutung“, „Vergiftung“ und „Klimawandel“.
Natürlich werden auch prominente Vertreter wie etwa der um 1.700 ausgestorbene Dodo – ein flugunfähiger bodenbrütender Vogel, der ausschließlich auf Mauritius und Reunion heimisch war – in die Schau miteinbezogen. Der Dodo hat die Besiedelung der Inseln durch Menschen nicht überlebt. Einerseits wurden die Vögel als lebende Nahrung für Schiffsreisende verwendet, andererseits haben ihnen Ratten, Mäuse und andere verwilderte Haustiere den Garaus gemacht.

Quelle: Pressetext.com

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