Pilotphase Plastikmüll-Projekt in Flüssen und Meeren beendet

Müllteile

Rund 13.000 Plastikmüll-Teile treiben mittlerweile auf jedem Quadratmeter Meeresoberfläche
(© ALDEBARAN Marine Research & Broadcast)

Der Abfall in den Weltmeeren beläuft sich mittlerweile auf über einhundert Millionen Tonnen. Allein auf dem Grund der Nordsee sind es geschätzte 600.000 Kubikmeter. Dreiviertel des Mülls im Meer besteht aus Kunststoffen, deren Abbau Jahrhunderte benötigt. Rund 13.000 Plastikmüll-Teile treiben mittlerweile auf jedem Quadratmeter Meeresoberfläche. Vor allem Verpackungsmaterialien sowie Abfälle aus Fischerei und Schifffahrt wie Netzreste oder Taue bewirken, dass pro Jahr nach Schätzungen rund eine Million Seevögel und weitere 100.000 Meereslebewesen umkommen, indem sie sich in den Plastikteilen verheddern, sich strangulieren oder die Abfälle als vermeintliche Nahrung verschlucken und mit einem Magen voll mit Plastik verhungern.

Von Oldenburg nach Hamburg

Plastikproben

Auf Spree, Havel, Elbe, Weser und Hunte war das Aldebaran Team unterwegs und fand in jeder Probe Plastik
(© ALDEBARAN Marine Research & Broadcast)

Auf der Suche nach Mikroplastikmüll in Flüssen und an der Nordseeküste wurde das Team an Bord des Forschungs- und Medienschiffes ALDEBARAN auf dem 1000 Kilometer langen Weg von Berlin über Oldenburg nach Hamburg in jeder Probe fündig. Mit einem speziellen Fanggerät des „Jugend forscht“-Siegers Jonas Preine war das sechsköpfige, internationale Wissenschaftlerteam auf Spree, Havel, Elbe, Weser und Hunte sowie im Wattenmeer unterwegs und sammelte an knapp 30 verschiedenen Stationen Proben aus unterschiedlicher Tiefe, um den Grad der Plastikverschmutzung in unseren Flüssen und an der Küste herauszufinden. Von Bord des Forschungsseglers wurden neben dem sogenannten „Manta-Trawl-Gerät“ auch ein Wasserschöpfer und ein Bodengreifer eingesetzt, um im gesamten Wasserkörper sowie in Sedimenten nach Resten von Plastikmüll zu suchen.

Dringender Forschungsbedarf

Aldebaran

Das Aldebaran-Team auf Forschungsreise
(© ALDEBARAN Marine Research & Broadcast)

Da noch weitgehend unklar ist, wie viel Plastikmüll und assoziierte Schadstoffe in Flüssen und Meeren wieder in die menschliche Nahrungskette gelangt, ist dringender Forschungsbedarf notwendig. „Winzige, für das Auge nicht erkennbare Plastikpartikel, beispielsweise Mikroperlen aus Kosmetikprodukten, Fleecefasern aus dem Abwasser von Waschmaschinen, oder auch verwitterte, in kleine Fragmente zerfallene Plastiktüten, können unter anderem deswegen so gefährlich sein, weil sie auf ihrer Reise durch die Gewässer Schadstoffe an sich binden und aufkonzentrieren“, so Dr. Sandra Schöttner von der Universität Bergen, leitende Wissenschaftlerin des Pilotprojektes: „Ein Großteil des Plastikmülls aus Flüssen gelangt letztendlich ins Meer. Dort ist er nicht nur für zahlreiche Meerestiere tödlich, sondern erreicht auch wieder uns Menschen über die Nahrungskette“. Während des einmonatigen Pilot-Projektes wurden deshalb Daten über den Belastungszustand verschiedener Ökosysteme mit Mikro- und Makroplastik-Partikeln erhoben, sowie verschiedene Probennahmetechniken getestet.

Netzwerk junger Wissenschaftler

YOUMARES (YOUng MArine RESearchers and Engineers) hat als größtes Netzwerk junger Wissenschaftler im Bereich der marinen Forschung und des marinen Ingenieurswesen der Deutschen Gesellschaft für Meeresforschung, mit Jonas Preine, dem Meereswettbewerb- und „Jugend forscht“-Gewinner 2012, nationalen und internationalen Wissenschaftlern, sowie dem Team des Forschungs- und Medienschiffes ALDEBARAN das Plastikmüll-Pilotprojekt PLARIMAR (PLAstic in RIvers and the MArine Realm) ins Leben gerufen. Dies stellten die Wissenschaftler auf der YOUMARES-Konferenz in Oldenburg vor.

Weitere Infos zu dem Projekt finden Sie unter www.plarimar.de.

Quelle: Pressemitteilung Aldebaran

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