VCD kritisiert Merkel und IAA

Zum Auftakt der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2013 kritisiert der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) in einer Presseerklärung die Messe und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Jeglicher Zukunftsbezug fehle der Messe, heißt es hier.
Die Autobauer feierten sich selbst und ihren finanziellen Erfolg auf den fernen Märkten in China und Russland. Hier ließen sich noch Luxuslimousinen mit hohem Verbrauch und CO2-Ausstoß verkaufen. Für die Politik und die umweltbewussten Verbraucher würden einzelne, grün angestrichene Modelle mit viel Spektakel vorgeführt, während das Verkaufsziel ein ganz anderes ist.

Tanz um das goldene Kalb

Das Geschäft mit den Luxusautos ist fragil und blendet den Blick in die Zukunft aus, kritisiert der ökologische Verkehrsclub VCD. Ingolf Hetzel, Mitglied des VCD-Bundesvorstands: „Statt um das Goldene Kalb zu tanzen, braucht die Autoindustrie eine ehrliche Wendung zur Vernunft, eine Antwort auf die Umweltprobleme und den sozialen und demografischen Wandel. Was wir brauchen, sind effiziente Fahrzeuge für Carsharing, Bürgerbusse für den ländlichen Raum, E-Bikes in der Nahmobilität. Diese Geschäftsmodelle brauchen mehr Raum, mehr als besonders aufwendig präsentierte Luxuskarossen, die der automobilen Vergangenheit angehören.“

Absatz voluminöser SUVs

„Während die Autoindustrie unter dem Deckmantel »Verantwortungsbewusstsein« einzelne E-Autos in den Mittelpunkt rückt“, heißt es in der Mitteilung, „wirbt sie massiv und erfolgreich für die sogenannten SUVs, die Geländewagen, die für den Transport von A nach B fast niemand braucht. Haarsträubend ist dabei, dass die Hersteller versuchen mithilfe der E-Autos den Absatz der voluminösen Sprit schluckenden Geländewagen zu sichern. So hat auch die Vorstellung des BMW-Elektroautos i3 einen faden Beigeschmack.“

Supercredits

Einerseits sei die Fahrgastzelle des BMW i3 aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) wegweisend. Denn dadurch werde eine erhebliche Gewichtsreduzierung von mehr als 200 Kilogramm erreicht. Andererseits aber unterlaufe BMW mit dem i3 die Verbrauchsreduzierungen für herkömmliche Pkw mit Diesel- oder Benzinmotoren. „BMW hat Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu gebracht, den in Brüssel fertig ausgehandelten Kompromiss zum CO2-Grenzwert zu blockieren, weil dem Premiumhersteller die ausgehandelten Supercredits nicht ausreichten.“, kritisiert Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD scharf.

CO2-Grenzwert für Pkw

„Über die Supercredits werden Autos wie der i3 mehrfach als Nullemissionsautos angerechnet. Die Folge: Ohne weitere Anstrengungen kann der jeweilige Hersteller den Flottendurchschnitt schönrechnen. Mit jedem gekauftem i3 machen die Kunden somit den Weg frei für neue Sprit schluckende Sportwagen beziehungsweise SUVs. Damit ist der i3 kein Öko-Auto mehr“. Lottsiepen unterstreicht: „Bundeskanzlerin Merkel sollte ihren morgigen Besuch auf der IAA zum Anlass nehmen, um beim CO2-Grenzwert für Pkw einzulenken. Tut sie das nicht, handelt sie für BMW und gegen die Interessen der Autofahrer, die bei einem CO2-Grenzwert von 95 g/km im Vergleich zu heute rund 600 Euro jährlich sparen.“

Quelle: Pressemitteilung VCD

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