Greenpeace-Umfrage beleuchtet Modekonsum von Eltern

Kleiderkreisel

Wer gebrauchte Kleidung erwirbt, spart nicht nur Geld, sondern entlastet auch die Umwelt. Eltern haben das schon lange entdeckt.

Eltern achten beim Kauf von Kleidung vor allem auf gefährliche Chemikalien und lassen sich von Marke oder Preis wenig lenken. Zwar kauft die Mehrheit der Eltern Kleidung noch neu und konventionell im Internet oder in Ladenketten. Aber über 80 Prozent der Mütter nutzen auch ökologische Alternativen wie Secondhand-Kleidung, Flohmärkte oder Tauschbörsen – besonders weil diese günstiger sind. Das ergibt eine Umfrage, die das Institut Winkle im Auftrag von Greenpeace unter 452 Müttern und Vätern durchgeführt hat. „Eltern sind die Vorreiter des alternativen Modekonsums. Mitten im Mode-Überfluss tauschen, leihen oder kaufen Eltern gebrauchte Kleidung, weil es Geld spart und oft praktischer ist,“ sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace. Um diesem Trend Auftrieb zu geben, zeigt Greenpeace ab heute auf einer digitalen Deutschlandkarte (greenpeace.de/konsumbotschaft), wo Secondhand-Läden, grüne Mode oder Repair-Cafés in der Nähe zu finden sind.

Fortschrittlicher als Jugendliche

Eltern konsumieren Mode damit viel fortschrittlicher als Jugendliche: Teenager wissen zwar um umweltschädlichen Chemikalieneinsatz und Ausbeutung in der Textilindustrie. Kaufen wollen sie aber trotzdem vor allem das neueste, schickste und billigste Teil, wie jüngst eine weitere Greenpeace-Umfrage ergab. Bei Eltern ist es genau umgekehrt: Vor allem soll die Kleidung frei von Chemikalien sein, sagen 58 Prozent der Mütter, während Preis (25 Prozent) und Marke (fünf Prozent) relativ unbedeutend sind. Der Grund: Über die Hälfte der Eltern sorgt sich verstärkt um Familie und Gesundheit. Aus diesem Grund versucht immerhin jeder Fünfte, seinen Teil zum Schutz der Umwelt beizutragen.

Gebraucht statt neu

Die Textilindustrie führt zu einer gewaltigen Wasserverschmutzung vor allem in den asiatischen Produktionsländern. In den großen Städten Chinas sind über 60 Prozent der Trinkwasserreserven ernsthaft verschmutzt. Nachdem sich bereits 31 Firmen von H&M über Adidas bis Aldi auf Druck von Greenpeace auf eine giftfreie Kleidungsproduktion verpflichtet haben, tritt die Umweltschutzorganisation auch für einen anderen Kleidungskonsum ein: Gebraucht statt neu kaufen, reparieren statt wegwerfen, zertifizierte Mode statt billiger Massenware.

Eine gute Gelegenheit

Viele dieser Alternativen sind unter Eltern bereits weit verbreitet – obwohl Zeit ein knappes Gut ist, wie die Umfrage ergibt. Alternativen zum schnellen Neukauf müssen deshalb praktisch und günstig sein, in der Nähe liegen und möglichst zusammen mit der Familie erlebbar. Gebrauchte Kleidung übernimmt ein Drittel der Eltern am liebsten von Freunden oder aus der Familie, ein Viertel geht gern auf Flohmärkte. Online-Angebote für Secondhand-Mode nutzen Eltern weniger, denn sie möchten gerne wissen, von wem die Kleidung kommt. Kleidung reparieren, recyceln oder nähen scheitert dagegen meist am vollen Familien-Alltag. Nur ein Drittel der Mütter hat Interesse, etwa aus alten Stoffen neue Kleider zu nähen („Upcycling“). „Allerdings ist das Upcycling und Selbermachen von Kleidung so angesagt, dass es sich trotzdem verbreiten könnte,“ sagt Brodde.

Quelle: Pressemitteilung Greenpeace

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