Industriestaaten müssen dringend handeln

Klimaerwärmung

Wie lange noch? Der Weltklimagipfel sollte endlich wirkliche Ergebnisse bringen. (Foto: Design Pics)

Anlässlich der in Warschau beginnenden Klimakonferenz hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Verhandlungsdelegationen aufgefordert, ihre Bemühungen für den Abschluss eines neuen Welt-Klimaschutzvertrages zu verstärken. Um extreme Wetterlagen, Überschwemmungen, Dürren, Hungerkatastrophen und große Flüchtlingsströme zu vermeiden, müssten vor allem die Industriestaaten sofort handeln.

Auch Angela Merkel sollte Handlungsfähigkeit zeigen

„Deutschland muss in Warschau wieder Handlungsfähigkeit beweisen, selbst wenn wir noch keine neue Regierung haben. Das Beste wäre, Bundeskanzlerin Angela Merkel fährt nach Warschau und erklärt, dass unser Land seine Blockaden beim Klimaschutz aufgibt. In den Koalitionsverhandlungen wurden bereits Verbesserungen beim europäischen CO2-Zertifikatehandel und die Abschaffung von Privilegien für viel Energie verbrauchende Unternehmen verabredet. Das könnte andere Staaten motivieren, ihre Wartehaltung beim Klimaschutz ebenfalls aufzugeben und weitergehende Zusagen für CO2-Reduzierungen zu machen. Hilfreich wäre auch, wenn Merkel ein nationales Klimaschutzgesetz befürworten würde“, sagt der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Polen beim Klimaschutz mehr Unterstützung bieten

Die deutsche Delegation sollte die Gelegenheit nutzen und Polen beim Klimaschutz mehr Unterstützung anbieten. „Es gibt Alternativen zum kohleabhängigen Stromsektor in unserem Nachbarland. Nur wenn Polen die erneuerbaren Energien entschlossen ausbaut und weit stärker als bisher auf Energieeinsparungen setzt, wird auch die Europäische Union als Ganzes ihre Klimaschutzziele erreichen können“, sagt der BUND-Vorsitzende.

Ausstieg aus fossilen Energieträgern

Nach mehreren weitgehend wirkungslosen Klimakonferenzen müsse die Weltgemeinschaft in Warschau beim notwendigen Ausstieg aus Kohle, Öl und anderen fossilen Energieträgern vorankommen. Bis 2014 müssten sich sämtliche Staaten auf neue ambitioniertere Klimaschutzziele festlegen. Ein neues Welt-Klimaschutzabkommen müsse dann spätestens 2015 beim übernächsten Weltklimagipfel in Paris verabschiedet und bis Ende 2020 von allen Teilnehmerstaaten ratifiziert werden.

Zwei-Grad-Grenze der Erderwärmung

Weiger: „Wird der globale CO2-Ausstoß nicht ab sofort kontinuierlich verringert, lässt sich die kritische Zwei-Grad-Grenze der Erderwärmung nicht mehr halten. Für Deutschland heißt das, eine neue Bundesregierung muss einen Plan zum entschlossenen Ausbau regenerativer Energien sowie konkrete Zielvorgaben zur Reduzierung der Treibhausgase beschließen. Eine Schlüsselrolle spielt auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das auch deshalb Erfolgsgarant ist, weil es Bürgern und Bürgerinnen erlaubt, die Energiewende selbst zu gestalten. Damit ist es möglich, den Anteil der erneuerbaren Energien innerhalb der kommenden Legislaturperiode um mindestens 50 Prozent zu steigern“, sagte der BUND-Vorsitzende.
Hinweis: Per Twitter informieren Sie aus Warschau auch @bund_net und in der 2. Woche zusätzlich @HubertWeiger.
Weitere Informationen und ein BUND-Hintergrund zur COP19 im Internet unter: http://www.bund.net/warschau2013.

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