16.000 Menschen unterzeichnen für Tempo 30 in Stadt und Dorf

Stau

Die großflächige Ausweisung von Tempo 30 senkt die Unfallgefahr und Lärmbelastung. Der Verkehr wird entspannt, Stop-and-go reduziert und die Übersicht aller Verkehrsteilnehmer nimmt zu.

„Während europäische Städte wie Manchester, London, Liverpool und Paris bereits das Tempo drosseln, kämpfen deutsche Kommunen mit den Blockaden einer veralteten und starren Gesetzgebung. Anders als im Rest der Europäischen Union dürfen in Deutschland Kommunen nicht selbständig bestimmen, wo sie Tempo 30 für wichtig und sinnvoll erachten“, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung von VCD, ROBIN WOOD und der Europäischen Bürger-Initiative (EBI) “30 km/h – macht die Straßen lebenswert”.

Tempolimits sind keine politischen Kamikaze-Themen

Danach haben rund 16.000 deutsche Bürger das EU-weite Bürgerbegehren unterzeichnet, in dem Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit und mehr Gestaltungsfreiheit für Kommunen gefordert wird. „16.000 Stimmen sind ein starkes Signal dafür, dass Tempolimits im Autoland Deutschland kein politisches Kamikaze-Thema mehr sind“, sagt Heike Aghte, Koordinatorin des Bürgerbegehrens. „Die Bürgerinnen und Bürger zeigen den Wahlkämpfern, dass ihnen mehr Leben auf den Straßen wichtiger ist als ungebremster Tempowahn.“

Mehr Sicherheit und weniger Lärm

Nach Auskunft der Initiative sei längst nachgewiesen, „dass eine großflächige Ausweisung von Tempo 30 die Unfallgefahr und Lärmbelastung senkt. Der Verkehr wird entspannt, Stop-and-go reduziert und die Übersicht aller Verkehrsteilnehmer nimmt zu.“ Kleinteilige Tempowechsel, wie bisher, verhinderten hingegen die positiven Effekte.
„Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit wird unsere Städte nicht lahm legen, sondern mobilisieren“, sagt Monika Lege, Verkehrsreferentin der Umweltorganisation Robin Wood. „Denn es sind die Höchstgeschwindigkeiten, die zu Staus und Stop-and-go führen. Etwas Entschleunigung sorgt hingegen für viel weniger Stress, Lärm und Dreck auf unseren Straßen.“

Das Sichtfeld weitet sich aus

Ein weiteres Argument für Tempolimits als Zugewinn statt Verzicht ist die Erhöhung der Sicherheit. „Das Sichtfeld von Autofahrern ist bei Tempo 30 nahezu dreimal so groß wie bei Tempo 50. Sie sehen, was am Straßenrand passiert, und so können Unfälle verhindert werden“, sagt Anja Hänel, Referentin für Verkehrssicherheit beim VCD. „Kommt es dennoch zum Unfall, ist bei 30 Stundenkilometer das Risiko für schwere oder gar tödliche Verletzungen nicht einmal halb so groß wie bei Tempo 50.”

Aktion läuft noch bis November

Bis zum 13. November 2013 kann das Europäische Bürgerbegehren „30km/h – macht die Straßen lebenswert!“ unter www.30kmh.eu noch unterzeichnet werden. Zum Bündnis für Tempo 30 in Deutschland gehören der ADFC, der Bundesverband Carsharing, das Deutsche Kinderhilfswerk, der Ökologische Ärztebund, Robin Wood, die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung, der Branchenverband VSF, nextbike sowie der ökologische Verkehrsclub VCD.
Quelle: Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG vom VCD, ROBIN WOOD und der Europäischen Bürger-Initiative (EBI) „30 km/h – macht die Straßen lebenswert“

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