Greenpeace-Kommentar zum “freiwilligen” Verzicht der Industrie auf Mikroplastik in Kosmetik und Reinigern

Der Versuch der Bundesregierung, die Industrie freiwillig zu einem Verzicht auf Mikroplastik in Kosmetik und Reinigern zu bewegen, ist gescheitert. Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Thema „Umweltverschmutzung durch Mikroplastik aus Kosmetika und Reinigungsmitteln“ hervor. Dabei äußert sich das Bundesumweltministerium unter anderem zu den Vereinbarungen mit der Industrie im Rahmen des sogenannten Kosmetikdialogs. Demnach wollen die Hersteller nur auf feste Plastikpartikel verzichten.

Es kommentiert Sandra Schöttner, Meeresexpertin von Greenpeace.

„Der Kosmetikdialog zu Mikroplastik ist nur eine Scheinlösung. Für die Branche ist es ein willkommener Freifahrtschein, um künftig werbewirksam einen geringen Teil der Kosmetik- und Reinigungsprodukte als frei von Mikroplastik bezeichnen zu können. Dieser löchrige Deal zwischen dem Bundesumweltministerium und der Kosmetikindustrie wird die Plastikflut aus unseren Badezimmern kaum stoppen.
Jeden Tag gelangen unzählige Kunststoffe aus Shampoos, Cremes, Make-up oder Waschmitteln über unsere Abwässer in Flüsse und Meere. Dort reichern sie auch in der Nahrungskette an – mit größtenteils noch unbekannten Folgen. Greenpeace fordert: Statt den Umweltschutz der Industrie zu opfern, sollte Umweltministern Barbara Hendricks schleunigst ein umfassendes Verbot von Mikroplastik in die Wege leiten. Auf Kunststoffe in Kosmetik- und auch Reinigungsmitteln zu verzichten, ist keine Raketenwissenschaft – die Naturkosmetik zeigt seit Jahren, wie es geht.“

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