ÖKO-TEST: unerwünschte Beigaben

M1502-Fertigsalate

Praktisch? Mag sein. Gesund? Na ja! Fertigsalate aus der Plastiktüte sind laut ÖKO-TEST keine Alternative zum frischen (Bio-)Salat. In Test steckten in zwei von drei Tüten zu viele Keime. Ein einziger Mischsalat schneidet mit „gut“ ab. (Foto: Öko-Test)

Fertigsalate aus der Plastiktüte sind zwar praktisch, aber laut ÖKO-TEST aufgrund ihrer Keimbelastung keine Alternative zum frischen Salat. Das zeigt eine neue Untersuchung des Verbrauchermagazins. Danach fanden die Experten auf den Blättern unter anderem bis zu acht verschiedene Pestizide, Chlorat und Schimmelpilze.

Nur einer von neun Salaten empfohlen

Im aktuellen Februar-Heft kann ÖKO-TEST nur einen der insgesamt neun getesteten Salate empfehlen. Alle anderen schneiden schlecht ab. Die meisten Fertigsalate wiesen etwa Keimzeilen auf, die mindestens einen der jeweiligen Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie knackten. So überschritt laut Angaben von ÖKO-TEST eine Probe eines Rewe-Salats gleich drei Richtwerte (Gesamtkeimzahl, Schimmelpilze und Hefen). „In einem Salatmix von Kaufland tummelten sich 10.000 KbE (Kolonie bildende Einheiten)/g Schimmelpilze in der Tüte – dieser Wert ist damit zehnmal höher als der Richtwert,“ so das Verbrauchermagazin.

Schadstoffe

Neben der Keimbelastung kritisiert ÖKO-TEST ebenso die unzähligen Schadstoffe, die in vielen Salaten stecken. Obwohl die Blätter bereits mehrfach gewaschen sind, enthielten sie beispielsweise immer noch Spuren von bis zu acht Pestiziden. In neun Tüten analysierte das Labor das Insektengift Cypermethrin, das für das Bienensterben mitverantwortlich gemacht wird. In sieben Packungen hat das Labor Spuren des Pilzgifts Iprodion gefunden, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen. 16 Proben enthielten Perchlorat oder Chlorat. Diese beiden Stoffe können vorübergehend die Jodaufnahme in der Schilddrüse blockieren, was besonders problematisch für Kinder, Schwangere und Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion sein kann.

 „Wer einen guten Salat essen will, sollte deshalb einen frischen kaufen und auf Fertigprodukte verzichten“, so die Tester. „Falls man doch einmal einen abgepackten kaufen möchte, sollte man ihn nochmals waschen. Denn so landet zumindest ein Teil der Pestizide und Keime in der Spüle.“

Das ÖKO-TEST-Magazin Februar 2015 gibt es seit dem 30. Januar 2015 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

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