Fischer können in Cuxhaven Meeresmüll kostenlos entsorgen

NABU Meeresmüll

Allerlei Müll, der nicht ins Meer gehört: Vor der Ostseeinsel Rügen fanden Fischer Gummistiefel, Anglerhose, Fußmatte, Plastikeimer und -planen sowie alte Netze. (Foto: Stefan Sauer)

Fischer aus Cuxhaven können seit heute den auf See gefischten Müll umweltgerecht entsorgen, ohne dafür zahlen zu müssen. Dafür sorgt das Projekt „Fishing for Litter“, das das Land Niedersachsen und der NABU gemeinsam mit den niedersächsischen Küstenfischern organisieren. Mit Cuxhaven nimmt der inzwischen neunte Hafen an dem Meeresschutz-Projekt teil. An der gesamten Nord- und Ostseeküste beteiligen sich nun mehr als 75 Fischer.

3,5 Tonnen Meeresmüll

„Fishing for Litter“ bietet den Fischern die Möglichkeit, jenen Müll, der unweigerlich in ihren Netzen landet, in den Häfen kostenfrei und fachgerecht in dafür vorgesehenen Containern zu entsorgen. In der Vergangenheit mussten Fischer die Kosten für eine Entsorgung selbst tragen. Alle Abfälle werden später sortiert und auf ihre Zusammensetzung und Wiederverwertbarkeit hin untersucht. Im Jahr 2013 wurden auf diese Weise allein durch die Kleine Küstenfischerei Niedersachsens mehr als dreieinhalb Tonnen Meeresmüll aus der Nordsee geholt.

An einem Strang

Almut Kottwitz, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz: „Fischer, Verbände, Nationalpark und Ministerium ziehen bei diesem Projekt wirklich an einem Strang. Die sehr gute Zusammenarbeit gibt neue Impulse für den Meeresschutz. Wir wollen sensibilisieren und motivieren. Der Müll muss raus – und dafür kann jeder einen Beitrag leisten. Abfallsammelaktionen und Strand-Müll-Boxen sind dafür ein Angebot. Und zugleich muss es noch mehr Engagement für die Meeresumweltbildung, die Meeresforschung, die Reduzierung der schädlichen Einträge geben.“

Meist Kunststoffabfall

Der Meeresmüll, der bis zu 75 Prozent aus Kunststoffen besteht, stellt eine immense Gefahr für Natur und Umwelt dar. Die Folgen sind ökologisch, ästhetisch und wirtschaftlich gravierend: Viele Tiere verfangen sich in Netzen oder Seilresten. Andere fressen Plastikteile, die ihren Verdauungstrakt verstopfen, und verenden qualvoll. Zusätzlich führen die Reparaturen von beschädigten Fanggeräten und die Reinigung von Stränden zu erheblichen Kosten für Fischer und Küstengemeinden.

Weitere Häfen gesucht

„‚Fishing for Litter‘ wird dann zum größten Erfolg, wenn sich möglichst viele Häfen an dem Projekt beteiligen. Wir freuen uns, dass wir den Ausbau immer weiter voranbringen können – und dass mit Cuxhaven der inzwischen sechste Hafen an der niedersächsischen Küste mitmacht“, sagt NABU-Meeresexperte Nils Möllmann.
Seit Februar 2013 kooperieren der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, das Staatliche Fischereiamt Bremerhaven und der NABU mit Fischern vor Ort, um das Problem „Müll im Meer“ zu bekämpfen.

Quelle: Pressemitteilung NABU

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