VCD-Magazin fairkehr fragt nach Fahrradförderung

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In der aktuellen Ausgabe der VCD-Zeitschrift fairkehr geht es um die Frage nach konkreter Fahrradförderung. (Foto: VCD)

Während die einen das ganze Jahr fahren, ist für andere die Frühlingszeit der Anlass, wieder auf’s Rad zu steigen. Unterwegs kommt jedoch oftmals schnell schlechte Laune auf. Wenig Platz, veraltete Infrastruktur, Zoff mit Autofahrern. Und in der Verkehrspolitik herrscht weiterhin Stillstand. Gelegentlich entwischt ein verstaubtes Thema aus der Ideenschublade, Pkw- und Lkw-Maut werden im Kreis diskutiert. Wo bleibt das Fahrrad? Das VCD-Magazin fairkehr geht dieser Frage auf den Grund.

Fehlende Infrastrutkur

Wie die Niederlande und Dänemark hat auch Deutschland ein enormes Potenzial, Fahrradland zu werden. Immerhin besitzen fast 80 Prozent der Deutschen ein Fahrrad. Doch im Unterschied zu Amsterdam und Kopenhagen werden in deutschen Großstädten nur etwa elf Prozent aller Wege mit dem Rad zurückgelegt. Hauptgrund: Die schlechte oder gar fehlende Fahrradinfrastruktur hält davon ab, aufs Fahrrad umzusatteln, trotz bekannter Kosten-, Zeit- und Gesundheitsvorteile. Warum fehlen die Mittel für den Erhalt und Ausbau der Radinfrastruktur?

Planlos und pleite

Die fairkehr findet eine Antwort darauf im Nationalen Radverkehrsplan (NRVP), der Grundlage für die Förderung des Radverkehrs. 15 Prozent Fahrradverkehr bis 2020 sind das Ziel. Doch im NRVP fehlen konkrete Maßnahmen, wie das erreicht werden kann, und ebenso die notwendigen Finanzierungsangaben. Das spiegelt sich in der Realität wider. An vielen Orten ist der Fahrradverkehr nicht ausreichend finanziert. Ein Beispiel: Berlin. Knappe zwei bis drei Euro pro Kopf werden hier im Jahr veranschlagt, in Kopenhagen betragen die Aufwendungen das Zehnfache.

Der Staat moderiert nur

Ein großes Hindernis, so die fairkehr, liegt in der Aufteilung der Verantwortung für die Fahrradförderung. Diese tragen grundsätzlich Länder und Kommunen, während der Staat nur eine moderierende Rolle einnimmt. Somit fällt die Radverkehrsförderung vor Ort höchst unterschiedlich aus, je nach Haushaltslage.

Fahrradland Baden-Württemberg

Einen Ausweg suchen Kommunen und Gemeinden inzwischen im Zusammenschluss von Arbeitsgemeinschaften, die gemeinsam Fahrradprojekte auf den Weg bringen. Ähnlich ist es auf Länderebene. Die fairkehr berichtet über die ersten vorbildhaften Fahrradkonzepte und -projekte. Baden-Württemberg hat sich beispielsweise das ambitionierte Ziel gesetzt, den Südwesten Deutschlands mithilfe von Radfernnetzen und Anbindungspunkten für Bahn und Fahrrad zum Fahrradland zu machen. Nordrhein-Westfalen plant den großen Radschnellweg Ruhr mit einer Länge von 100 km. Er gilt bundesweit als Pilotprojekt.

Aktion statt Perfektion

Länder und Kommunen stemmen heute sehr viel aus eigener Kraft. Mit der Unterstützung des Bundes könnte es jedoch leichter gehen – zum Beispiel durch anteilige Förderung bedeutender Fahrradprojekte. Doch eine große Lobby hat das Rad im Land mit 43 Millionen Autos immer noch nicht. Die niederländische Radverkehrsexpertin Ineke Spapé betont: „Die Menschen muss man nicht groß überzeugen. Alles, was sie brauchen, um mehr Rad zu fahren, ist eine funktionierende Infrastruktur“. Es müsse nicht immer alles perfekt sein, sagt sie. „Hauptsache, anfangen“, sei das Gebot der Stunde.

Quelle: Pressemitteilung VCD

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