ÖKO-TEST nimmt Hühnerhaltung unter die Lupe

Massentierhsltung

Kurzes Leben ohne Sonnenlicht – eine Massentierhaltung in Süddeutschland (Foto: SOKO Tierschutz)

Ein Salat mit Hähnchenbrust gilt als leicht und gesund. Doch für die Hähnchen ist das kurze Leben, das die Tiere haben, meist alles andere als angenehm. Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST hat die Zustände unter die Lupe genommen. Eine Erkenntnis: „Vor allem die Haltungsbedingungen in der konventionellen Tierhaltung schreien zum Himmel. Zudem bekommen alle konventionellen Hähnchen während fast der gesamten Mast mit dem Futter Medikamente.”
Viele Verbraucher legen mittlerweile Wert auf die Frage der Haltungsbedingungen. Sie wollen kein Fleisch mehr essen, das unter unwürdigen Bedingungen hergestellt wurde. Bei der von ÖKO-TEST durchgeführten Untersuchung wurde nun festgestellt, dass katastrophale Zustände in der konventionellen Tierhaltung an der Tagesordnung seien. Bis zu 20 Hühner würden auf einem Quadratmeter Stall zusammen gesperrt und sähen zum Teil ihr gut 30 Tage kurzes Leben lang kein Tageslicht. „Weil sie auf möglichst schnelle Fleischproduktion gezüchtet wurden, sind viele Tiere am Ende der Mast krank und können sich nicht mehr schmerzfrei bewegen. Nicht einmal als Lebewesen werden sie wahrgenommen.” So berichtet die Soko Tierschutz, dass sie erst kürzlich einen Hähnchenmäster erwischte, der kranke, aber noch lebende Tiere in einem Container für Tierkadaver „entsorgte“.

„Bio besser aber nicht gut“

Die Bio-Tierhaltung sei zwar besser, aber auch noch nicht gut, stellte ÖKO-TEST in seiner Untersuchung fest. So dürften in ökologischen Betrieben höchstens zehn Hühner pro Quadratmeter Stall gehalten werden. Doch von den Bio-Verbänden habe ÖKO-TEST keine zufriedenstellende Erklärung dafür bekommen, warum das Mindestschlachtalter von 81 Tagen für schnell wachsende Rassen nicht auch für langsam wachsende Rassen gelte. Deren Leben ende auch schon nach kurzen 50 Tagen.
Die Branche sei zwar durch diverse Skandale aufgeschreckt, doch wirklich kooperativ zeige sie sich gegenüber ÖKO-TEST nicht: „So weigerte sich Marktführer Wiesenhof zu sagen, von wem die von ÖKO-TEST untersuchten Tiere gemästet wurden.” Denn nach ÖKO-TEST-Recherchen wurden eben diese Herden am wenigsten artgerecht gehalten.
Damit nicht genug: Gesundheitsgefährdende Keime wie Salmonellen, Listerien und Campylobacter wurden nach Mitteilung des Verbrauchermagazins in fast der Hälfte der untersuchten Marken gefunden. „Dazu in fast allen Proben Keime, die gegen verschiedene Antibiotika resistent sind. Glaubt man der Branche, werden inzwischen zwar weniger dieser Medikamente eingesetzt, doch hat eine Herde im Test sogar ein so genanntes Reserveantibiotikum bekommen.” Das sind Mittel, die nur beim Menschen und nur dann eingesetzt werden sollten, wenn sonst nichts mehr hilft. „Zudem bekommen alle konventionell gemästeten Tiere während fast der gesamten Mast Medikamente gegen Kokzidiose. Dagegen lassen Bio-Mäster die Tiere impfen, was bei konventionellen wegen der Enge im Stall und der damit verbundenen hohen Konzentration der Krankheitserreger nicht ausreichend wirkt”, so ÖKO-TEST in seiner Mitteilung
Das ÖKO-TEST-Magazin November 2013 gibt es ab dem 25. Oktober 2013 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

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